Pflege von Haaren und Nägeln bei Brustkrebs

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In dieser Broschüre geben wir Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen zu den Auswirkungen einer Krebstherapie auf Haare und Nägel. Gleichzeitig erhalten Sie Tipps für die Pflege von Haaren und Nägeln während der Behandlung und dafür, was Sie tun können, damit sie gesund und kräftig nachwachsen.


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Pflege von Haaren und Nägeln bei Brustkrebs

  1. Warum fallen die Haare bei einer Krebsbehandlung aus?
  2. Verliere ich alle Haare?
  3. Wie gehe ich mit dem Verlust meiner Haare um?
  4. Wie pflege ich Haare und Kopfhaut während der Therapie?
  5. Wachsen meine Haare nach der Behandlung wieder nach?
  6. Was kann ich tun, um das Haarwachstum zu unterstützen?
  7. Welche Folgen hat eine Krebsbehandlung für Haut und Nägel?
  8. Wie schütze ich Haut und Nägel während der Behandlung?
  9. Was kann ich tun, damit meine Nägel gesund und kräftig nachwachsen?
  10. Wo finde ich Rat und Hilfe?

1. Warum fallen die Haare bei einer Krebsbehandlung aus?

Eine Chemotherapie wirkt auf schnell wachsende und sich häufig teilende Zellen. Auf diese Weise zerstören die sogenannten Zytostatika Tumorzellen und verhindern, dass sich der Krebs weiter ausbreitet. Allerdings schädigen die Medikamente auch andere gesunde Zellen, die sich schnell teilen. Dazu zählen beispielsweise die Haarwurzelzellen. Normalerweise wachsen Haare täglich etwa 0,3 Millimeter. 85 Prozent aller Zellen der Haarwurzel befinden sich in der besonders sensiblen Wachstumsphase.

Zwei bis vier Wochen nach Beginn der Therapie setzt der Haarausfall ein. Ob und in welchem Ausmaß die Haare ausfallen, hängt von den verwendeten Substanzen, der Dosierung und der Veranlagung der Patientinnen ab. Für Außenstehende sichtbar wird der Haarverlust erst, wenn mehr als die Hälfte der Haare ausgefallen ist.

UNSER TIPP: Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor Behandlungsbeginn auf die Folgen der Chemotherapie für Haare und Nägel an, damit Sie wissen, was diesbezüglich auf Sie zukommt.

Leider gibt es keine Möglichkeit, den Haarausfall zu vermeiden, wenn oben genannte Faktoren zusammenkommen. Methoden wie das sogenannte "Scalp Cooling" sind äußerst umstritten. Durch Kältehauben soll die Kopfhaut gekühlt und die Durchblutung so weit herabgesetzt werden, dass die Haarfollikel weniger empfindlich auf die Medikamente reagieren. Dadurch könnte jedoch die positive Wirkung der Zytostatika teilweise aufgehoben werden.

Auch die Strahlentherapie setzt auf die Zerstörung der Krebszellen. Dabei werden zwar ebenfalls gesunde Zellen geschädigt, aber nur im Bestrahlungsgebiet. Bei Brustkrebs besteht daher nicht die Gefahr, dass eine Bestrahlung zu Haarausfall führt. Moderne Krebstherapien* können Strukturschäden und teilweisen Haarausfall hervorrufen.

2. Verliere ich alle Haare?

Ob Wimpern, Augenbrauen oder Schamhaare ausfallen, hängt, wie bereits unter Frage 1 erläutert, von der Art der Chemotherapie, vom Behandlungsschema und der individuellen Veranlagung ab. Auch das wird Ihnen Ihr behandelnder Arzt im Vorfeld sagen können. Sollte die Körperbehaarung betroffen sein, fallen Wimpern und Augenbrauen meist etwas später aus als die Kopfhaare.

3. Wie gehe ich mit dem Verlust meiner Haare um?

Ein haarloser Kopf verändert das Spiegelbild radikal. Daran werden Sie sich in der kommenden Zeit gewöhnen müssen. Eine sorgfältige Aufklärung vor Beginn der Therapie hilft Ihnen, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen und Ihr verändertes Erscheinungsbild als Folge der Erkrankung akzeptieren zu lernen.

Viele Frauen lassen sich bereits vor der Chemotherapie die Haare kurz schneiden, um die bevorstehende Veränderung ebenso wie später den Übergang zum Nachwachsen unauffälliger zu gestalten. Wenn Sie eine Perücke wünschen, ist es ratsam, sich diese frühzeitig verordnen zu lassen.

UNSER TIPP: Kaufen Sie die Perücke am besten vor Therapiebeginn, damit sie Ihrer Haarfarbe und Haarstruktur angepasst werden kann. Eine professionelle Beratung in einem entsprechenden Fachgeschäft ist von Vorteil. Hier erhalten Sie auch Informationen zu den jeweiligen Vor- und Nachteilen von Echthaar- und Kunsthaarperücken sowie Tipps für deren Pflege. Beide Varianten gibt es in verschiedenen Qualitäts- und Preisklassen und lassen sich nach Ihren Vorstellungen stylen.

Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob und in welcher Höhe sie die Kosten für eine Perücke übernimmt.

Fallen nach einigen Wochen die ersten Haare aus, greifen viele Krebspatientinnen beherzt zum Rasierapparat. Für die meisten ist dieser radikale Schritt weniger schmerzvoll als der schleichende Verlust ihrer Haare. Welcher Weg für Sie der richtige ist, müssen Sie selbst herausfinden.

Immer mehr Frauen entscheiden sich gegen eine Perücke, die vor allem im Sommer sehr warm sein kann. Farbenfrohe und abwechslungsreiche Alternativen stellen Kappen, Hüte und Mützen sowie Tücher in verschiedenen Farben und Mustern dar, die auf vielfältige Weise gebunden werden können. Manche Frauen gehen die Folgen ihrer Krebserkrankung offensiv an und wagen sich "oben ohne" in die Öffentlichkeit.

UNSER TIPP: Neben zahlreichen Büchern zu diesem Thema finden Sie im Internet Videoanleitungen zu den verschiedenen Bindetechniken von Tüchern und Schals.

Vielfach schwerer als der Verlust der Kopfhaare wiegt der Verlust von Wimpern und Augenbrauen. Da diese maßgeblich den Gesichtsausdruck und die Mimik bestimmen, erleben viele Frauen ihr Fehlen als traumatisch. Beides lässt sich jedoch durch den geschickten Einsatz von Make-up kaschieren – mit Hilfe von Eyeliner, Puder, Kajal- und Augenbrauenstift können Wimpern und Augenbrauen mit feinen Strichen oder Punkten nachgeschminkt bzw. angedeutet werden.

UNSER TIPP: Die DKMS LIFE bietet bundesweit Seminare zu den Themen Kosmetik, Tücher- und Kopfschmuckberatung an. Aktuelle Termine in Ihrer Nähe finden Sie im Internet unter: www.dkms-life.de/programme-seminare. Videoanleitungen zum Schminken gibt es unter: www.brigitte.de/beauty/make-up/schminken-krebs-570748. Erkundigen Sie sich auch in Ihrem Brustzentrum nach Schminkseminaren.

4. Wie pflege ich Haare und Kopfhaut während der Therapie?

Während der Chemotherapie bedürfen Haare und Kopfhaut besonderer und vor allem sanfter Pflege. Das gilt für teilweisen und vollständigen Haarausfall gleichermaßen. So, wie die Kopfhaut durch den plötzlichen Haarverlust äußerst empfindlich ist, sind die Haare, die nicht ausfallen, durch die Medikamente extrem trocken und drohen an der Haarwurzel abzubrechen.

So pflegen Sie Haare und Kopfhaut am besten während der Behandlung:

  • Verwenden Sie zum Waschen von Haaren und Kopfhaut am besten ein mildes und unparfümiertes Shampoo, zum Beispiel ein Baby-Shampoo.
  • Waschen Sie Ihre Haare nicht zu häufig.
  • Vermeiden Sie es, Ihre Haare trockenzurubbeln. Tupfen Sie nur mit dem Handtuch über den Kopf, damit die Haare nicht abbrechen.
  • Verzichten Sie auf den heißen Föhn und lassen Sie Ihre Haare an der Luft trocknen.
  • Benutzen Sie eine weiche Haarbürste.
  • Farbe und Dauerwelle sind tabu während der Chemotherapie und in den ersten Monaten danach.
  • Schützen Sie Ihre Kopfhaut vor direkter Sonneneinstrahlung. Verwenden Sie Sonnenschutz oder tragen Sie ein Tuch oder eine Kappe.
  • Halten Sie Ihren Kopf bei Kälte warm.
  • Schlafen Sie auf weichen Kopfkissenbezügen.
  • Pflegen Sie Ihre Kopfhaut mit einer unparfümierten Creme oder einem Öl, wenn sie trocken ist und juckt.

Da während der Chemo- und/oder Strahlentherapie das Risiko für Infektionen und Blutungen erhöht ist, sollten Sie beim Abschminken von Augen- und sonstigem Makeup sehr sorgfältig sein. Wechseln Sie täglich Waschlappen und Handtücher und entfernen Sie Ihr Make-up besonders gründlich.

5. Wachsen meine Haare nach der Behandlung wieder nach?

Bei 99 Prozent aller Krebspatientinnen wachsen die Haare nach einer Chemotherapie wieder nach. Da die Haarfollikel nicht zerstört werden, setzt das Haarwachstum etwa drei Monate nach Ende der Behandlung wieder ein. Die Haarstruktur kann zunächst verändert sein, normalisiert sich in der Regel aber nach einiger Zeit wieder. In sehr seltenen Fällen kann es zu einem dauerhaften Haarverlust kommen. Körperhaare wie Wimpern, Augenbrauen und Schamhaare benötigen etwas länger zum Nachwachsen.

UNSER TIPP: In Selbsthilfegruppen und Foren im Internet steht das Thema Haarwachstum bei vielen Krebspatientinnen ganz obenan. Hier tauschen sich Betroffene aus und trösten sich, wenn die Haare nicht so schnell nachwachsen, wie das Behandlungsteam oder medizinische Ratgeber dies vorhergesagt haben. Bei manchen sprießen die Haare schon nach zwei Wochen wieder, bei anderen stellt sich erst nach einem halben Jahr der erste Flaum auf dem Kopf ein. Haben Sie Geduld!

6. Was kann ich tun, um das Haarwachstum zu unterstützen?

Haare wachsen etwa einen Zentimeter pro Monat. Dieser Prozess lässt sich nicht beschleunigen. Es hilft auch nicht, die Haare ständig nachzuschneiden, damit sie kräftiger werden. Das Haar wächst von der Wurzel her und nicht an der Spitze. In dieser Phase ist in erster Linie Geduld gefragt.

Allerdings gibt es einige Möglichkeiten, gesundes Haarwachstum anzuregen. Eine ausgewogene Ernährung und das Vermeiden von Stress gehören sicherlich dazu.

Shampoos und Tinkturen, die die Durchblutung der Kopfhaut fördern sollen, sind aus medizinischer Sicht nicht zu empfehlen. Schließlich soll die Chemotherapie genau das Gegenteil bewirken, nämlich die Durchblutung bzw. das Gefäßwachstum hemmen. Durchblutungsfördernde Mittel wären hier kontraproduktiv, zumal noch nicht erforscht ist, ob die erhöhte Durchblutung nicht die Zytostatika oder sogar die Tumorzellen zu dieser Stelle transportiert. Aus ähnlichem Grund ist man auch wieder davon abgekommen, Krebspatienten während einer Chemotherapie hohe Dosen von Vitamin C oder Vitamin E zu verabreichen. Als Radikalfänger sollen sie genau das im Rahmen einer Krebsbehandlung nämlich nicht tun – bei der Chemotherapie ist die Bildung freier Radikale erwünscht, um die Tumorzellen abzutöten.

Demgegenüber spielt Vitamin H eine wichtige Rolle für die Erneuerung und Qualität von Haaren und Nägeln. An vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt, fördert Vitamin H den Aufbau von Keratin – Hauptbestandteil von Haaren und Nägeln – und kräftigt deren Struktur. Im Falle der Haare verbessert Biotin, wie es auch genannt wird, die Haarqualität und unterstützt die Bildung weiterer Haarstränge, wodurch das Haar dicker wird. Allerdings ist eine hoch dosierte Zufuhr von Vitamin H, so, wie sie für den gewünschten Effekt notwendig wäre, weder über die Ernährung noch über Nahrungsergänzungsmittel möglich. Das gelingt nur mit Arzneimitteln, die Sie in der Apotheke erhalten.

UNSER TIPP: Da Vitamin H ohnehin nur auf nachwachsende Haare wirkt, empfiehlt es sich, eine entsprechende Kur bereits während der Chemotherapie zu beginnen (z. B. Vitamin H von BIO-H-TIN).

Ansonsten gelten für die ersten Monate nach Ende der Chemotherapie die gleichen Empfehlungen zur Pflege des Haares, die auch während der Therapie gelten (s. Frage 4).

UNSER TIPP: Wimpern und Augenbrauen wachsen schneller nach, wenn Sie Wimperntusche verwenden, die Prostaglandin enthält (z. B. RevitaLash Advanced, Hairplus von FaceEvolution, M2 Lashes von M2Beauté, Aphro Celina von Attractive Skin).

7. Welche Folgen hat eine Krebsbehandlung für Haut und Nägel?

Durch Chemotherapie und Bestrahlung wird die Haut häufig trockener, empfindlicher und anfälliger für Infektionen. Sichtbare Folge der Strahlentherapie ist eine Rötung der Haut, ähnlich wie bei einem Sonnenbrand. In dieser Zeit sollten Sie Ihre Haut nicht noch zusätzlich der UV-Strahlung aussetzen. Bestimmte Chemotherapeutika, die auch bei der Behandlung von Brustkrebs eingesetzt werden, können zu einem sogenannten Hand-Fuß-Syndrom führen. Darunter versteht man entzündliche Hautveränderungen an den Handinnenflächen und den Fußsohlen.

Die häufigsten Symptome beim Hand-Fuß-Syndrom sind:

  • Kribbeln
  • Schwellungen
  • Brennen und Jucken
  • Schuppen
  • Taubheit
  • Überempfindlichkeit gegen Wärme

Sollten die genannten Symptome bei Ihnen auftreten, informieren Sie bitte sofort Ihr Behandlungsteam, das in der Regel eine Dosisanpassung vornehmen und eine lokale Behandlung der betroffenen Hautstellen einleiten wird. Was Sie selbst tun können, um ein Hand-Fuß-Syndrom zu vermeiden oder zu lindern, erfahren Sie im folgenden Kapitel.

Eine Reizung der Schleimhäute in Mund, Verdauungstrakt und Genitalbereich ist im Rahmen einer Brustkrebstherapie nicht zu erwarten. Dafür kann es zu Nagelveränderungen kommen, die von Verfärbungen und Querrillen bis zur Ablösung der Nagelplatten reichen können. Das ist schmerzhaft, behindert beim Greifen und birgt ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Die betroffenen Patientinnen leiden stark unter den Nagelreaktionen, da diese kaum zu kaschieren sind.

8. Wie schütze ich Haut und Nägel während der Behandlung?

Um Ihre Haut während der Chemotherapie und/oder einer Bestrahlung nicht zusätzlich zu belasten, sollten Sie folgende Pflegetipps berücksichtigen:

  • Verzichten Sie auf heiße Bäder, duschen Sie lieber – lauwarm!
  • Vermeiden Sie Körperreinigungsmittel, die aggressive Tenside enthalten.
  • Verwenden Sie hochwertige Pflegeprodukte, die im Idealfall dermatologisch getestet sind.
  • Wenn sich der Kontakt mit der Sonne nicht umgehen lässt, greifen Sie zu einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor.
  • Um eine zusätzliche Reizung der Haut zu vermeiden, tragen Sie am besten locker sitzende Kleidung aus weichen Materialien und verzichten Sie auf Schmuck, wenn dieser scheuern sollte.
  • Verzichten Sie während einer Strahlentherapie auf den Besuch im Schwimmbad. Nicht nur, dass Chlorwasser – ebenso wie Salzwasser – die Haut reizt, sondern im Schwimmbad lauern auch allerlei Infektionen. Dieser Gefahr sollten Sie sich nicht aussetzen.

Auch wenn spezielle Hautreaktionen wie das Hand-Fuß-Syndrom durch Veränderungen im Hautgewebe entstehen, können äußere Faktoren das Auftreten des Syndroms begünstigen. Indem Sie den Kontakt mit bestimmten Materialien vermeiden und Ihre Haut richtig pflegen, können Sie den Beschwerden vorbeugen bzw. die Symptome zumindest abmildern.

Neben oben genannten Tipps sollten Sie folgende Ratschläge berücksichtigen und die entsprechenden Belastungen vermeiden:

  • Tragen Sie dicke Baumwollsocken und bequeme Schuhe.
  • Vermeiden Sie bei der Hausarbeit den Kontakt mit Spül-, Wasch- und Reinigungsmitteln. Lässt sich dieser nicht vermeiden, schützen Sie Ihre Hände durch Gummihandschuhe.
  • Öffnen Sie Drehverschlüsse auf Gläsern und Flaschen nicht mit bloßen Händen. Verwenden Sie eine Öffnungshilfe für Schraubverschlüsse.
  • Vermeiden Sie Saunabesuche und alle Sportarten, bei denen Sie stark schwitzen.
  • Rubbeln Sie sich nach dem Duschen nicht ab, sondern tupfen Sie sich trocken.

UNSER TIPP: Lassen Sie sich von Ihrem Behandlungsteam beraten, auch zum Thema Narbenpflege, falls Sie operiert worden sein sollten.

Bei Nagelveränderungen ist eine sorgfältige und vorsichtige Nagelpflege das A und O, um strapazierte Finger- und Fußnägel zu erhalten. Gerade die Chemotherapeutika, die standardmäßig bei Brustkrebs verordnet werden, können zu starken Beeinträchtigungen der Nägel bis hin zum Ablösen der Nagelplatte führen. Während der Behandlung sollten Sie die Nägel möglichst kurz schneiden und darauf achten, dass sie nicht einreißen oder abbrechen. Die Nagelhaut sollte nicht geschnitten, sondern nur sanft zurückgeschoben werden. Künstliche Nägel sind während der Chemotherapie tabu. Allerdings haben viele Krebspatientinnen gute Erfahrungen mit einem Gelüberzug gemacht, der die Nägel verstärkt und schützt. Auf diese Weise werden bröselige und sich lösende Nägel von der Gelschicht gehalten und der gesunde Nagel kann nachwachsen. Zur Stärkung der Nägel empfiehlt sich die Einnahme von Vitamin H (s. dazu Frage 9).

UNSER TIPP: Wenn Sie Ihre Nägel mit Gel verstärken lassen möchten, vertrauen Sie Ihre Hände am besten Profis an. Viele Kosmetik- bzw. Nagelstudios sind auf Krebspatientinnen eingestellt. Vor der Behandlung wird der Nagel gereinigt und desinfiziert. Achten Sie darauf, dass hochwertige Materialien zum Einsatz kommen. Der Gelüberzug wächst innerhalb von vier Wochen raus und muss danach neu aufgefüllt werden.

9. Was kann ich tun, damit meine Nägel gesund und kräftig nachwachsen?

Bis die Nägel wieder so gesund und kräftig nachwachsen wie vor der Chemotherapie, brauchen die Betroffenen viel Geduld. Häufig sind Finger- und Fußnägel nicht nur während der drei- bis viermonatigen Behandlung stark beeinträchtigt, sondern auch noch einige Wochen oder Monate hinterher. In manchen Fällen werden die Nägel zunächst weich, dünn und brüchig und lösen sich erst nach Ende der Behandlung teilweise oder vollständig ab. Üblicherweise erholen sich die Nägel ebenso wie die Haare jedoch innerhalb weniger Monate nach Absetzen der Zytostatika.

Um die Nagelbrüchigkeit zu reduzieren und die Qualität des nachwachsenden Nagels zu verbessern empfiehlt sich auch hier eine hoch dosierte Zufuhr von Vitamin H. Da sichtbare Schäden nicht behoben werden können, beginnen Sie eine entsprechende Kur am besten bereits während der Chemotherapie. Untersuchungen haben ergeben, dass die tägliche Einnahme von 2,5 mg Vitamin H in 90 Prozent aller Fälle zu einer deutlichen Verbesserung der Nagelqualität führt.

Durch das beschleunigte Zellwachstum wachsen kranke und kaputte Nägel schneller heraus, während zugleich das Wachstum gesunder Nägel und Haare unterstützt wird.

10. Wo finde ich Rat und Hilfe?

  • Brustkrebs Deutschland e.V. – Prognose Leben, Lise-Meitner- Str. 7, 85662 Hohenbrunn, Tel.: 089/41619800, www.brustkrebsdeutschland.de; hier auch Broschüre "Brustkrebs und Haarverlust" zum Download
  • Deutsches Krebsforschungszentrum, Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg, Tel.: 06221/420, www.dkfz.de
  • Deutsche Krebsgesellschaft e.V., Kuno-Fischer-Str. 8, 14057 Berlin, Tel.: 030/32293290, www.krebsgesellschaft.de; hier finden Sie PDF-Broschüren zu Brustkrebs und Informationen zum Thema "Krebs und Schönheit"
  • Deutsche Krebshilfe e.V., Buschstr. 32, 53113 Bonn, Tel.: 0228/729900, www.krebshilfe.de
  • Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V., Onlineberatung, "Haus der Krebs-Selbsthilfe", Thomas-Mann-Str. 40, 53111 Bonn, Tel.: 0228/33889-400, www.frauenselbsthilfe.de
  • Krebsinformationsdienst, ein Angebot des Deutschen Krebsforschungszentrums, Tel.: 0800/4203040, www.krebsinformationsdienst.de
  • Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin, Tel.: 06173/3242858, www.mammamia-online.de
  • mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V., gemeinnütziger Verein von an Brustkrebs erkrankten Frauen, Ärztinnen und Wissenschaftlern (derzeit gibt es Regionalgruppen in 13 deutschen Städten), Postfach 310220, 86063 Augsburg, Tel.: 0821/5213-144, www.mamazone.de
  • Zertifizierte Brustkrebszentren, Liste der Deutschen Krebsgesellschaft, www.oncomap.de, unter "Zentrum" auswählen: "Brustkrebszentrum", Auswahl/Eingabe des gewünschten Standorts